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Angekommen

Hallo ihr Lieben!

Damit ich nicht jedem tausend Mal das Gleiche schreiben muss, habe ich hier ein Tagebuch für euch.

İch werde aber alle euere persönlichen Emails normal beantworten. İch schreibe hier dann nur über Ausflüge und was ich so erlebe und so... So kann ich euch von der Seite her alle gleich auf dem Laufenden halten!

İch drücke euch alle und hoffe, İhr freut euch über mein Tagebuch. İch freue mich jetzt schon darauf euch alle wieder zu sehen!

Tausend Küsse,

Birgit

21.8.06 12:24, kommentieren

Düden Wasserfall

Heute (22.8.2006) haben wir unseren ersten richtigen Ausflug seit meiner Ankunft in Antalya gemacht. Bisher waren wir nämlich nur am Meer und im Migros, dem westlichsten Einkaufszentrum, das man sich nur vorstellen kann (inklusive Tommy Hilfiger Laden *g*).
Ein großer Teil unserer Gruppe ist mit dem Dolmuş zu den Wasserfällen von Düden gefahren. Wer schon einmal in der Türkei war, weiß, dass mit dem Dolmuş zu fahren immer wieder ein Abenteuer für sich ist. Wenn man den Fahrer fragt, ob er zu einem bestimmten Ziel fährt, kann es schon einmal vorkommen, dass er lächelnd nickt und man dann komplett anderswo landet. Aber am Ende sind wir bis jetzt immer hingekommen wo wir ursprünglich hin wollten. ;o)
Das andere Risiko am Dolmuş fahren ist einfach der enorme Verkehr hier. Und da zurzeit in Antalya Strassen umgebaut werden, kann es schon passieren, dass man jeden Tag eine neue Strecke nimmt, um zum selben Ziel zu gelangen. Und die Fahrer der Dolmuş sind auch nicht sehr zimperlich, wenn es darum geht, an ihr Ziel zu kommen. Da werden aus drei Fahrspuren schon gerne mal fünf oder bei Bedarf auch sechs…  Und man kriegt ein bisschen Angst, also ich zumindest…
Aber es hat sich gelohnt! Der Park, in dem die Wasserfälle sind, liegt in einer Art Tal, welches von Felsen umgeben ist. Es gibt einen Fluss, der das Wasser der Fälle aufnimmt und der eine ziemlich schnelle Strömung hat. Und man kann auf einem kleinen Weg auch durch die Höhlen hinter den Wasserfällen gehen. Viele türkische Familien gehen in den Park um zu entspannen und sich ein bisschen abzukühlen. Man darf allerdings nicht ins Wasser, es ist zu gefährlich. Trotzdem ist es wahrscheinlich der kühlste Ort in ganz Antalya und die Luft ist wunderbar frisch dort!
Es gibt auf bestimmten Bäumen eine wahnsinnige Anzahl von Vögeln, weshalb man sich nicht zu lange unter ihnen aufhalten sollte, wie einige von uns erfahren mussten. *g*
Überhaupt ist alles so schön grün und man kann wirklich gut abschalten dort und den ganzen Verkehr und die Hitze mal für ein oder zwei Stunden vergessen. Es ist ein Ort, an dem man mal so richtig die Seele baumeln lassen kann.
Am Besten ihr schaut euch die Fotos an, da seht ihr dann auch mal unsere Gruppe (fast komplett). Wir sind hauptsächlich Deutsche, Polen und Finnen und sehr viele Mädels. Alle sind sehr nett und wir sprechen viel Englisch. Ein paar Wörter der anderen Sprachen schnappt man eventuell auch noch auf. Vielleicht können wir uns am Ende des Kurses ja schon ein bisschen auf Türkisch unterhalten. ;o)
Bis zum nächsten Mal,
eure Birgit

25.8.06 21:22, kommentieren

Sıghtseeıng

Gestern (24.8.2006) war mal wieder ein ereignisreicher Tag für mich, über den es sich wohl lohnt euch etwas zu erzählen.
Morgens haben wir immer drei Stunden Sprachkurs und nachmittags noch mal ungefähr zwei Stunden Unterricht über die Kultur und andere interessante Dinge. Da steht dann auch auf dem Programm, dass wir mit jungen türkischen Studenten in Kontakt kommen. So ein Nachmittag war gestern (der erste bis jetzt). Für uns 24 Sprachschüler kamen sechs Tutoren, die uns ein bisschen unter die Fittiche genommen haben. Wir waren also vier pro Gruppe und durften mit unseren Guides losziehen.
Wir sind mit einer 19jährigen Türkin namens Ilayda (das bedeutet Wasserfall-Fee) unterwegs gewesen.  Sie ist die Tochter eines Englischlehrers hier an der Uni. Zuerst waren wir mit ihr auf dem Basar gewesen, der hier jeden Donnerstag stattfindet. Da gab es so schönes frisches Obst und Gemüse! Äpfel, Pfirsiche, Trauben, Melonen und und und! Und alles hat ausgesehen, als ob es gerade eben vom Feld oder Baum kommen würde (was wahrscheinlich auch der Fall ist, zumindest wenn man gerade mit weniger als 12 Stunden zuvor gleichsetzt). Und dazu war es noch wahnsinnig günstig. Da kann kein Supermarkt mithalten.
Dann gab es noch Gewürze, was ja für die südlichen Länder allgemein sehr typisch ist. Kennt ihr diese Plastikmülleimer? Die eignen sich übrigens auch prima für die Aufbewahrung von Gewürzen, das weiß ich seit gestern. ;o)
Auch Kleidung und Taschen gibt es ohne Ende, wir haben diesen Teil des Marktes allerdings gemieden, weil außer mir nur drei Jungs in meiner Gruppe waren. Und ich hatte bei der Nachmittagshitze auch nicht viel Lust, noch Shirts anzuprobieren. Wahrscheinlich gehe ich nächste Woche noch mal in der abendlichen Kühle von 30 Grad hin… Es gab nämlich soweit ich sehen konnte tatsächlich einige schöne Sachen dort.
Nachdem wir den Markt verlassen haben sind wir mit dem Dolmuş in die Altstadt gefahren. Hier sind wir zuerst durch das Hadrian`s Gate gelaufen. Dahinter verbirgt sich ein Wirrwarr
an kleinen süßen Gässchen mit windschiefen Häuschen. Der Weg zum Hafen schlängelt sich durch diesen Stadtteil namens Liman. Nun ging’s noch eine längere Steintreppe runter, die wir nach einer kleinen Erfrischung durch frisch gepressten Mandarinensaft (köstlich!!!) in Angriff genommen haben. Der Hafen ist wirklich sehr schön. Man findet neue und richtig alte Boote dort und es sieht ein bisschen aus wie bei Piraten der Karibik (nur ohne Piraten *g*).
In einem Cafe auf dem Kliff haben wir unseren ersten türkischen Kaffee getrunken – sehr süß und sehr stark. Das Beste daran war, dass Ilayda uns aus dem Kaffeesatz unsere Zukunft vorhergesagt hat. Wir hatten so viel Spaß dabei und die Jungs waren voll aufgeregt. )
Und was sie uns nicht alles erzählt hat…
Auf dem Weg zurück zum Gästehaus haben wir dann noch den çumhurryet Meydani, den Platz der Republik überquert, wo ein großes Denkmal mit Atatürk steht. Über den haben wir jetzt schon einiges gehört, die Essenz aus diesem ganzen Erzählten ist: Frieden innerhalb des Landes und mit anderen Ländern als höchstes Ziel. Naja…
Ich lege einige Fotos bei, damit ihr euch alles besser vorstellen könnt.
Am Abend war die komplette Türkischkursgruppe in der Innenstadt unterwegs. Wir haben ein türkisches Restaurant geentert und hatten richtig gutes Essen und einigen Spaß dabei, unsere ersten Kenntnisse an den geduldigen Kellnern auszuprobieren. Dort wartet man übrigens keine fünf Minuten auf irgendetwas. Alles geht ruckizucki und dazwischen machen sie noch den Tisch und den Boden sauber.
Danach haben wir uns je nach Interessenlage ein bisschen aufgeteilt. Ich war mit ca. 10 anderen in einer Rockkneipe namens Jolly Joker Pub. Da hat eine türkische Band den ganzen Abend türkische und englische Rocksongs gecovert. Mir hat das total gut gefallen und nach einer guten Stunde haben wir alle getanzt und mitgesungen soweit möglich. Somit ist es dann auch ein bisschen später geworden heute Nacht.
Das Lustigste war die Heimfahrt zu sechst (!) in einem normalen Taxi. Es war recht gemütlich könnte man sagen. )
Wir hatten es auch glücklicherweise nicht weit. Somit sind wir dann um vier Uhr ins Bett und waren heute morgen dementsprechend im Kurs gesessen… Aber es hat sich gelohnt, ich habe gesehen, dass es richtig gute türkische Rockmusik gibt, die so manchem Europäer auch gefallen würde wenn er sie kennen würde.
In diesem Sinne: Bis nächstes Mal!

25.8.06 21:23, kommentieren

Ein perfekter Tag?

Ein perfekter Tag?
Gestern (26.8.2006) hat Tuna, unser Koordinator, für uns ein Boot gemietet und die ganze Gruppe war den kompletten Tag auf dem Schiff unterwegs. Wir hatten zwei schöne Sonnendecks, auf denen man sich wahlweise auch unter die Schattensegel zurückziehen konnte. Auf den Decks lagen ziemlich bequeme Matratzen.
Abgelegt haben wir im Hafen von Kemer, der ca. eine Stunde mit dem Bus von Antalya entfernt ist. Die Busfahrt ging durchs traumhafte Taunusgebirge und war darum alles andere als langweilig oder als ein notwendiges Übel.
An  Bord angekommen haben wir es uns alle erst mal bequem gemacht. Nach einer ungefähr einstündigen Fahrt haben wir eine kleine Bucht erreicht, welche in der Nähe von Phaselis liegt. Bei Phaselis kann man die Überreste einer historischen Stadt sehen, es ist allerdings recht teuer. Daher meinte unser Koordinator, wir sollten doch einfach an Land schwimmen und mal schauen ob wir vielleicht quasi durch den Hintereingang (grins) ein paar Blicke drauf werfen könnten. Leider war dieser Schleichweg bewacht und nachdem sogar für den Strand ein, wenn auch geringerer, Eintritt zu bezahlen gewesen wäre, waren wir da ziemlich illegal. ;o)
Das wiederum erklärt, warum der Wächter auch gleich noch mit Gendarmerie gedroht hat und den Namen unseres Bootes wissen wollte. Wir haben so getan, als hätten wir keine Ahnung von Nichts und sind Richtung Strand zurück. Tuna hat dann versucht, ihn zu beschwichtigen. Wir sind dann auch ins Wasser zurück (da darf man sich gratis aufhalten) und mussten dort aber länger warten, bis die Wächter weg waren. Wären wir alle gleich auf unser Boot hätten sie den Namen aufgeschrieben und die Bootsbesitzer hätten eine Strafe gekriegt, weil sie uns nicht gesagt haben, dass wir da nicht hindürfen… Ich sag euch, die hatten vielleicht eine Geduld. Ich war froh, als wir endlich zurück aufs Boot konnten. Dort angekommen konnte dann auch der Letzte noch über dieses kleine Abenteuer lachen.
Das Mittagessen hatten wir uns da ja als Stärkung dann wirklich verdient. Es gab Fisch, Nudeln, Reis, Salat und Brot und es war wirklich sehr sehr gut. Von Booten bin ich bisher aber auch gar nichts anderes gewohnt, da habe ich bisher immer nur gutes Essen gehabt.
Wir haben dann noch an zwei anderen Buchten zum Schwimmen gehalten und die waren beide traumhaft! Dort waren auch nicht so viele Touristen wie in der Phaselis-Bucht.
So um fünf Uhr waren wir dann zurück und ich bin tatsächlich braun geworden, zumindest im Gesicht und am Rücken. Und der Rest wird schon noch.
Am Abend haben wir alle gemeinsam im Gästehaus gegessen und zwar im Garten. Das war so schön dort mit all den Palmen und einer kleinen Band, die spanische Lieder gespielt hat.
Dann bin ich noch mit fünf anderen in eine Bar gegangen. So um zwölf waren wir dort. Die Bar ist auf einem Kliff und wie so viele hier in Antalya unter freiem Himmel. Wir haben unter dem Sternenhimmel getanzt bis uns die Füße halb abgefallen sind. Und zur Krönung hat der Nachbarclub noch ein Feuerwerk veranstaltet. Das Ganze hat uns keinen Cent gekostet weil die Crew des Gästehauses mit uns dort war. Sie haben uns im Auto mitgenommen, der Eintritt war eh frei und dann haben wir irgendwie auch noch einen gratis Wodka irgendwas bekommen, der allerdings nicht gut geschmeckt hat. Ich habe aber dann nichts anderes mehr getrunken weil ich keine Lust hatte. Um vier Uhr sind wir dann heimgekommen und richtig müde in unser Bett gekrabbelt.
Und wisst ihr, warum dass nur  ein fast perfekter Tag war? Weil es noch schöner gewesen wäre, wenn ihr auch da gewesen wärt.
Eure Birgit

28.8.06 21:34, kommentieren