Woche vom 17.-22.9.2006

Hi ihr alle!

 

Ich bin jetzt in Istanbul angekommen und ich kann euch sagen, es ist ein großes Abenteuer!!!

Und die Busfahrt am Sonntag war sehr unspektakulär im Vergleich zu der turbulenten Woche die wir jetzt hinter uns haben… ;-)

Also Sonntag war ein sehr anstrengender Tag, wir haben immerhin 12,5 Stunden im Bus zurückgelegt. Und es gab auch tatsächlich nicht sehr viel zu sehen, zumindest nicht so viel wie ich gehofft hatte. Aber ein freundlicher Bus-Steward hat uns zumindest regelmäßig Wasser und Kaffee und Tee und Cola serviert. Es war ein Bordbildschirm an Bord und es kam Harry Potter auf Türkisch. Sehr lustig und welche Freude: Ich habe ca. 2,5 Sätze verstanden, lach! In dem Reisebus gab es einen Lautsprecher über jedem Sitz, den man einzeln ein- und ausschalten konnte. Ein Typ auf der anderen Seite des Gangs hat sich dann beschwert, dass ihm das ganze zu laut ist. Also hat der Steward seines ausgeknipst und weil ich ja eh nichts verstehe (dumme Deutsche die ich doch bin) hat er doch meins auch gleich mal ausgeknippst!!! Das war ja wohl nicht sehr nett oder? Aber naja, Schwamm drüber. Etwas später hat dann Katharina einen Anruf gekriegt und die Frau hinter mir stupste mich an und sagte mir, dass wir sofort das Handy ausschalten müssen, es sei sehr gefährlich. Das haben wir dann sicherheitshalber mal gemacht obwohl wir keine Ahnung hatten was daran wohl gefährlich sein könnte… Wir haben sie bei der nächsten Pause mal gefragt und sie hat uns gesagt, dass sie Ingenieurin ist und dass Handys in den Bussen verboten sind weil sie das Bremssystem stören!!! Daraufhin haben wir beschlossen, dass wir doch lieber unsere Handys ausmachen… Übrigens hat sie uns nicht veräppelt, auch in den Istanbuler Stadtbussen ist es teilweise verboten. Wir sind dann erst sehr spät in Istanbul angekommen und sind einfach in das einzige Hostel in der Nähe gegangen: das Chill-Out-Hostel

Um dahin zu kommen, mussten wir erst mal unser komplettes Gepäck sehr sehr weit durch die Gegend ziehen, bis wir endlich dort waren! Dann mussten wir unser Gepäck in den vierten (!) Stock tragen, was nur mit vereinten Kräften möglich war. Und dann der Schock: das Doppelzimmer inklusive Bad erwies sich nicht gerade als sauber! Das Bad war ganz arg schrecklich. Die Klospülung hat nicht funktioniert und der Duschkopf ist ständig abgefallen. Es war auch keine richtige Dusche sondern da war halt einfach ein Schlauch neben dem Klo. Das Krasseste war aber der Boden: total schmutzig, Haare von fremden Leuten, tote Tierchen, bäääh! Im Schlafzimmer zwei ewig alte Matratzen (waren wir froh dass wir Schlafsäcke dabei hatten) und einige nette Tierchen, die wir sofort besprayt haben bis sie nicht mehr gezuckt haben. Da bin ich mittlerweile nicht mehr empfindlich, lieber Chemie als Kakerlake.

Wir wussten also sofort, dass wir hier nicht bleiben können auf Dauer.

Montag früh ging es dann gleich nachdem auch unsere spanische Freundin Cristina aus Antalya angekommen war weiter zur Uni. Der Verkehr hier ist ziemlich heftig und man braucht ewig bis man wo ankommt. Mit dem Bus waren wir dann aber nach ca. 35 Minuten dort. Vom Eingang muss man noch mal ca. 10 Minuten laufen bis man dann bei den für uns wichtigen Gebäuden ist. Es ist also ein richtig großer Kampus und sehr schön. Das sind richtig alte nette Gebäude, etwa so wie man es in den Filmen sieht, in denen diese amerikanischen Unis vorkommen. Echt toll, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal mehr.

Im Büro für internationale Beziehungen angekommen wurden wir nicht gerade sehr freudig begrüßt, was wohl daran liegt, dass hier 140 Austauschstudenten sind und wir eben einfach nur zusätzliche Arbeit darstellen. Aber nach einigem Nachfragen hat sich unsere Koordinatorin namens Mine dann doch ein bisschen um uns gekümmert. Wir haben dann auch erfahren, dass wir hier noch mal einen Englischtest ablegen müssen und da habe ich schon ein bisschen Angst gehabt. Den haben sie dann für Dienstag festgelegt und es hat sich als reine Pro-forma-Sache herausgestellt… Mit Wohnungssuche wollte sie uns allerdings nicht helfen (die Mine). Nicht mal ein paar gute Tipps konnte sie uns geben.

Wir haben den kompletten Montag und Dienstag mit Formalitäten in der Uni verbracht, es war echt sehr anstrengend. Dafür sind wir jetzt eingeschrieben und einer aus dem Büro für internationale Beziehungen beantragt für uns unsere Aufenthaltsgenehmigung, wofür er uns dann gleich mal 15 € abknöpft, zusätzlich zu den 35 € die der Spaß kostet. Dafür müssen wir aber nicht zur Polizei und das ganze selbst regeln (das wäre schon sehr viel härter und wir haben im Moment echt andere Sorgen, so dass wir beschlossen haben, dass es uns das wert ist).

Am Mittwoch haben wir es dann endlich geschafft umzuziehen. Im Chill-Out-Hostel muss man nämlich bis 12 Uhr jeweils auschecken und das ging weder Montag noch Dienstag. Übrigens kann man da auch den ganzen Nachmittag nicht rein weil sie jeden Tag sprühen gegen Insekten… Erst wieder ab sieben Uhr abends. Da könnt ihr euch jetzt euren Teil denken. Ich habe übrigens alles fotografiert und werde euch ein paar nette Bilderchen ins Internet stellen damit ihr wisst wo ihr nicht schlafen wollt wenn ihr mal herkommt.

Also haben wir den ganzen Mittwoch vormitttag damit verbracht, etwas anderes zu suchen. Durch den Tipp eines Australiers haben wir dann ein kleines Hotel gefunden, dessen Flur und einige Zimmer im Moment renoviert werden (haben aber noch keine Handwerker gesehen). Daher können wir hier billig wohnen. Wir haben ein Zimmer zu dritt mit richtigen Betten und einem neuen Bad! Das war schon mal ein richtiger Fortschritt. Hier kann man duschen ohne sich aus Ekel eine Plastiktüte unter die Füße zu legen.

Dienstagabend waren wir übrigens mit den anderen Erasmusleuten und den Türken von einer Studentenorganisation zum Essen und dann noch zum Tee. Es war ganz nett aber wir waren alle froh als wir dann daheim waren und ins Bett konnten (Chill Out hin oder her).

Donnerstag haben wir dann endlich richtig aktiv angefangen nach Anzeigen wegen Zimmern zu schauen. Wir haben uns geeinigt, uns zu helfen und alles zusammen zu organisieren und anzuschauen. Wir waren fast den ganzen Tag unterwegs um  alle Stellen abzuklappern, an denen Aushänge waren, die für uns interessant sind. Dann haben wir ganz viele SMS und E-Mails geschrieben und haben einige Termine für Freitag gemacht. Das war heute, wir haben heute schon einiges gesehen und ich werde euch bald näheres berichten…

So waren also meine ersten Tage in Istanbul: sehr anstrengend, voll von Höhen und Tiefen und eine Masse verschiedenster Emotionen. Ich hoffe euch bald von meinem neuen Zimmer erzählen zu können!

Liebe Grüße an euch alle,

Birgit

4.10.06 11:03, kommentieren

Sportliches Wochenende

Hallo ihr alle!

Von dieser Woche gibt es nicht ganz so viel zu berichten, daher hier nur ein etwas kürzerer Blog.

Am Freitag (8.9.) war ich endlich mal beim Tauchen. Ich habe hier eine nette Tauchschule ausfindig gemacht und anschließend so lange vom Tauchen geschwärmt, dass Katharina und Sarah schließlich auch mitwollten um es mal auszuprobieren. Wir sind dann mit zwei Tauchlehrerinnen runter und als die Mädels mit ihrer Luft am Ende waren bin ich dann mit einer der Guides noch alleine weiter. Ich war dann auch insgesamt 52 Minuten unten und hatte viel Spaß. Es gab doch recht viele Fische und die Sicht war ganz gut.

Danach sind wir dann erst mal in eine superleckere Konditorei, in der es wahnsinnig süße und gute Kuchen gibt. Ich habe meinen gar nicht ganz geschafft weil es einfach zu viel und zu süß war…

Heute (9.9.) sind wir schon um halb neun zum Rafting aufgebrochen. Wir sind ca. eineinhalb Stunden mit dem Bus zu einem Canyon gefahren. Dort sind wir nach einer kurzen Einweisung mit Helmen und Rettungswesten ausgestattet in die Schlauchboote gestiegen. In jedem Boot waren acht von uns und ein professioneller Guide. Es war insgesamt sehr schön, allerdings hatte ich es mir ein bisschen aufregender vorgestellt, es waren nämlich nur sehr kleine Stromschnellen. Das Wasser war dafür wahnsinnig kalt (nur ca. 11 Grad!!!), wir waren aber trotzdem drinnen und sind so gut es ging ein bisschen geschwommen. Mittags haben wir einen Stopp eingelegt und haben dort ein tolles Mittagessen bekommen. Gegen fünf sind wir dann wieder mit dem Bus nach Hause gefahren und heute abend habe ich nur mit einigen anderen was gegessen und ein Bier getrunken. Jetzt bin ich sehr müde und ich muss den Sonntag unbedingt nutzen um zu lernen und für mein Referat zu recherchieren…

 

 

Alles Liebe,

Birgit

11.9.06 15:07, kommentieren

ALLTAG

Mein Alltag

 

Hier mal schnell noch ein kleiner Nachschlag für alle, die langsam glauben, dass ich hier nur bezahlten Urlaub mache. ;o)
Der Sprachkurs ist vormittags immer zwischen 09:30 und 12:30. Er ist so ausgelegt, dass er wenig Grammatik aber viele Vokabeln vermitteln soll. Das heißt für uns effektiv, dass wir die Grammatik möglichst selber anschauen müssen, weil da nicht sehr viel erklärt wird, wir uns aber nicht damit zufrieden geben wollen, Sätze auswendig zu lernen. Dazu kommen im Moment Unmassen an Vokabeln, die zu lernen sind. Nachmittags sind dann noch mal zwei Stunden Unterricht, in denen wir mit türkischen Studenten sprechen, Museen besuchen, Filme anschauen oder über Erfahrungen mit der Kultur und der Sprache reden (müssen).
Nächsten Mittwoch haben wir eine umfassende Prüfung. Wir müssen drei mündliche Teilprüfungen und drei schriftliche Teilprüfungen ablegen. Zusätzlich müssen wir am Donnerstag eine Art kurzes Referat auf Englisch über ein mit unserem Studienfach zusammenhängendes Thema halten und am Freitag müssen wir dann noch eine Präsentation unserer türkischen Sprachkenntnisse machen.
Und ganz ehrlich: die Abende gehen jedes Mal so wahnsinnig schnell rum…
Trotzdem muss ich sagen, dass es hier sehr schön ist. Ich wollte nur mal zeigen wie ich hier so meinen Tag verbringe. Überanstrengen tun wir uns alle nämlich trotzdem nicht. Wir haben viel Spaß und wir haben ja alle ein klares Ziel vor Augen, nämlich hier Basiswissen zu erwerben, auf dem wir dann in unseren Zieluniversitäten aufbauen können.
Ich fand einfach nur, dass das nach meinen ganzen superbegeisterten Urlaubserlebnissen auch mal  geschildert sein sollte. )
Bis bald!
Birgit

6.9.06 21:17, kommentieren

Fethiye

Hallo ihr Lieben!
Ich hatte mal wieder ein schönes Wochenende von dem ich euch erzählen möchte! Ich habe mich mit zwei Deutschen und zwei Finnen zusammengetan um Fethiye zu erkunden.
Das Abenteuer begann bereits Freitagnachmittag als wir versucht haben auf Türkisch Busfahrkarten dorthin zu kaufen. Mit Händen, Füßen und einigen türkischen Wörtern haben wir das dann auch hinbekommen und am Ende waren alle zufrieden – sowohl wir als auch der Verkäufer ;o)
Samstag früh ging es dann los. Wir fuhren mit einem Midibus, das ist ein etwas kleinerer Reisebus. In Fethiye kamen wir dann um 12:30 nach einer vierstündigen Fahrt an und es war bombig heiß mal wieder. Am Busbahnhof haben wir dann gleich nach dem Aussteigen die ersten Angebote für Taxis und Pensionen bekommen. Uns war allerdings erst mal nach auf Klo gehen und selber schauen zumute. Somit haben wir unsere sieben Sachen gepackt und uns den Weg zum Hafen erfragt, der sich als länger herausstellte als vermutet. Am Hafen war es dann aber sehr schön und eine freundliche Dame in der Touristeninformation gab uns den Tipp, ein Zimmer bei einer sehr günstigen Pension zu nehmen, die aus Leute wie uns spezialisiert ist. Die Pension hieß „Ideal“, also dachten wir das sei ein gutes Omen. Und tatsächlich: es war eines. Für nur 15 Lira (ca. 7,50 &euro pro Person inklusive Frühstück  kamen wir in zwei Dreibettzimmern unter. Es war sehr sauber und der Besitzer war ein pensionierter Türkischlehrer und supernett. Seine Rezeption und gleichzeitig sein kleines Restaurant für Gäste hat er auf der Dachterrasse von wo man einen wunderbaren Blick auf das Meer, den Hafen und die Berge genießen konnte. Er hatte auch gleich einige Prospekte parat, die zeigten, was man denn nun hier alles tun könnte. Innerhalb von 15 Minuten haben wir uns spontan entschieden, Paragliden zu gehen. Noch mal 20 Minuten später  saßen wir schon in dem Auto des Veranstalters, der uns an der Pension abholen ließ. Wir wurden nach Ölurdeniz gefahren. Von dort aus ging es dann in einer Art Jeep immer den Berg hinauf bis zur Startbahn für die zahlreichen Paraglider dort. Nach einer kurzen Einweisung wurde jeder von uns vor einen erfahrenen Führer geschnallt und schon ging es los.
Hier noch schnell der Standardwitz dieser Sportart:
Warum darf  man beim Starten nicht aufhören zu rennen? Weil ein türkischer Mann hinter einem her rennt!
Naja gut, also ich fands schon lustig irgendwie…
Wie auch immer, der Flug war ein ganz tolles Erlebnis. Wir waren ungefähr eine halbe Stunde in der Luft und es war so schön! Die Aussicht war atemberaubend. Leider ist mir in den letzten Minuten noch ein bisschen schlecht geworden, so dass ich dann doch ganz froh war als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Es ging einfach ein ganz schön starker Wind und der hat uns teilweise ganz schön durch die Luft gewirbelt.
Anschließend waren wir dann noch ein bisschen am Strand. So um acht Uhr waren wir dann zurück in der Pension.
Nachdem wir uns alle frisch gemacht hatten sind wir zum Hafen zurück gelaufen und haben uns da ein bisschen umgeschaut. Wir haben einen einheimischen Buchhändler gefragt, wo wir denn am Besten hingehen wenn wir nicht in einer Touristendisco landen wollen und er hat uns in eine tolle Bar geschickt, die sich auf zwei Dachterrassen befand. Dort waren wir dann tatsächlich auch die einzigen Ausländer und ein türkischer Sänger hat gesungen. Die Stimmung war super und die Türken wie immer sehr nett zu uns. Wir haben es dann auch noch einige Zeit bei einem kühlen Efes-Bier dort ausgehalten.
Am nächsten Tag  haben wir uns dann erst mal richtig ausgeschlafen. Danach haben wir uns mit dem Dolmuş nach Kayaköy aufgemacht, wo es eine Geisterstadt gibt. Anfang der 20er Jahre wurden die damals dort lebenden anatolischen Griechen gegen die in Thrakien lebenden Türken ausgetauscht und umgesiedelt. Seitdem lebt dort niemand mehr und die doch recht große Siedlung verfällt. Alle was aus Holz ist ist schon verrottet und auch die steinernen Mauern haben durch Unwetter und Erdbeben schon ganz schön gelitten. Es stehen auch noch zwei Kirchen aus dem 17. Jahrhundert. Ich fand es schon ziemlich beeindruckend wenn man darüber nachdenkt wie schnell so eine Stadt verfällt wenn man sich nicht mehr kümmert…
Am Nachmittag sind wir noch einmal ein bisschen durch Fethiye geschlendert und um 17:00 ging dann auch schon unser Bus heim nach Antalya. Wir hatten wirklich viel Spaß und auf der Busfahrt konnten wir mal ein bisschen was vom Landesinneren sehen, wenn auch vorerst nur im Vorbeifahren…
Bis zum nächsten Blog!
Eure Birgit

6.9.06 21:16, kommentieren

Ein perfekter Tag?

Ein perfekter Tag?
Gestern (26.8.2006) hat Tuna, unser Koordinator, für uns ein Boot gemietet und die ganze Gruppe war den kompletten Tag auf dem Schiff unterwegs. Wir hatten zwei schöne Sonnendecks, auf denen man sich wahlweise auch unter die Schattensegel zurückziehen konnte. Auf den Decks lagen ziemlich bequeme Matratzen.
Abgelegt haben wir im Hafen von Kemer, der ca. eine Stunde mit dem Bus von Antalya entfernt ist. Die Busfahrt ging durchs traumhafte Taunusgebirge und war darum alles andere als langweilig oder als ein notwendiges Übel.
An  Bord angekommen haben wir es uns alle erst mal bequem gemacht. Nach einer ungefähr einstündigen Fahrt haben wir eine kleine Bucht erreicht, welche in der Nähe von Phaselis liegt. Bei Phaselis kann man die Überreste einer historischen Stadt sehen, es ist allerdings recht teuer. Daher meinte unser Koordinator, wir sollten doch einfach an Land schwimmen und mal schauen ob wir vielleicht quasi durch den Hintereingang (grins) ein paar Blicke drauf werfen könnten. Leider war dieser Schleichweg bewacht und nachdem sogar für den Strand ein, wenn auch geringerer, Eintritt zu bezahlen gewesen wäre, waren wir da ziemlich illegal. ;o)
Das wiederum erklärt, warum der Wächter auch gleich noch mit Gendarmerie gedroht hat und den Namen unseres Bootes wissen wollte. Wir haben so getan, als hätten wir keine Ahnung von Nichts und sind Richtung Strand zurück. Tuna hat dann versucht, ihn zu beschwichtigen. Wir sind dann auch ins Wasser zurück (da darf man sich gratis aufhalten) und mussten dort aber länger warten, bis die Wächter weg waren. Wären wir alle gleich auf unser Boot hätten sie den Namen aufgeschrieben und die Bootsbesitzer hätten eine Strafe gekriegt, weil sie uns nicht gesagt haben, dass wir da nicht hindürfen… Ich sag euch, die hatten vielleicht eine Geduld. Ich war froh, als wir endlich zurück aufs Boot konnten. Dort angekommen konnte dann auch der Letzte noch über dieses kleine Abenteuer lachen.
Das Mittagessen hatten wir uns da ja als Stärkung dann wirklich verdient. Es gab Fisch, Nudeln, Reis, Salat und Brot und es war wirklich sehr sehr gut. Von Booten bin ich bisher aber auch gar nichts anderes gewohnt, da habe ich bisher immer nur gutes Essen gehabt.
Wir haben dann noch an zwei anderen Buchten zum Schwimmen gehalten und die waren beide traumhaft! Dort waren auch nicht so viele Touristen wie in der Phaselis-Bucht.
So um fünf Uhr waren wir dann zurück und ich bin tatsächlich braun geworden, zumindest im Gesicht und am Rücken. Und der Rest wird schon noch.
Am Abend haben wir alle gemeinsam im Gästehaus gegessen und zwar im Garten. Das war so schön dort mit all den Palmen und einer kleinen Band, die spanische Lieder gespielt hat.
Dann bin ich noch mit fünf anderen in eine Bar gegangen. So um zwölf waren wir dort. Die Bar ist auf einem Kliff und wie so viele hier in Antalya unter freiem Himmel. Wir haben unter dem Sternenhimmel getanzt bis uns die Füße halb abgefallen sind. Und zur Krönung hat der Nachbarclub noch ein Feuerwerk veranstaltet. Das Ganze hat uns keinen Cent gekostet weil die Crew des Gästehauses mit uns dort war. Sie haben uns im Auto mitgenommen, der Eintritt war eh frei und dann haben wir irgendwie auch noch einen gratis Wodka irgendwas bekommen, der allerdings nicht gut geschmeckt hat. Ich habe aber dann nichts anderes mehr getrunken weil ich keine Lust hatte. Um vier Uhr sind wir dann heimgekommen und richtig müde in unser Bett gekrabbelt.
Und wisst ihr, warum dass nur  ein fast perfekter Tag war? Weil es noch schöner gewesen wäre, wenn ihr auch da gewesen wärt.
Eure Birgit

28.8.06 21:34, kommentieren

Sıghtseeıng

Gestern (24.8.2006) war mal wieder ein ereignisreicher Tag für mich, über den es sich wohl lohnt euch etwas zu erzählen.
Morgens haben wir immer drei Stunden Sprachkurs und nachmittags noch mal ungefähr zwei Stunden Unterricht über die Kultur und andere interessante Dinge. Da steht dann auch auf dem Programm, dass wir mit jungen türkischen Studenten in Kontakt kommen. So ein Nachmittag war gestern (der erste bis jetzt). Für uns 24 Sprachschüler kamen sechs Tutoren, die uns ein bisschen unter die Fittiche genommen haben. Wir waren also vier pro Gruppe und durften mit unseren Guides losziehen.
Wir sind mit einer 19jährigen Türkin namens Ilayda (das bedeutet Wasserfall-Fee) unterwegs gewesen.  Sie ist die Tochter eines Englischlehrers hier an der Uni. Zuerst waren wir mit ihr auf dem Basar gewesen, der hier jeden Donnerstag stattfindet. Da gab es so schönes frisches Obst und Gemüse! Äpfel, Pfirsiche, Trauben, Melonen und und und! Und alles hat ausgesehen, als ob es gerade eben vom Feld oder Baum kommen würde (was wahrscheinlich auch der Fall ist, zumindest wenn man gerade mit weniger als 12 Stunden zuvor gleichsetzt). Und dazu war es noch wahnsinnig günstig. Da kann kein Supermarkt mithalten.
Dann gab es noch Gewürze, was ja für die südlichen Länder allgemein sehr typisch ist. Kennt ihr diese Plastikmülleimer? Die eignen sich übrigens auch prima für die Aufbewahrung von Gewürzen, das weiß ich seit gestern. ;o)
Auch Kleidung und Taschen gibt es ohne Ende, wir haben diesen Teil des Marktes allerdings gemieden, weil außer mir nur drei Jungs in meiner Gruppe waren. Und ich hatte bei der Nachmittagshitze auch nicht viel Lust, noch Shirts anzuprobieren. Wahrscheinlich gehe ich nächste Woche noch mal in der abendlichen Kühle von 30 Grad hin… Es gab nämlich soweit ich sehen konnte tatsächlich einige schöne Sachen dort.
Nachdem wir den Markt verlassen haben sind wir mit dem Dolmuş in die Altstadt gefahren. Hier sind wir zuerst durch das Hadrian`s Gate gelaufen. Dahinter verbirgt sich ein Wirrwarr
an kleinen süßen Gässchen mit windschiefen Häuschen. Der Weg zum Hafen schlängelt sich durch diesen Stadtteil namens Liman. Nun ging’s noch eine längere Steintreppe runter, die wir nach einer kleinen Erfrischung durch frisch gepressten Mandarinensaft (köstlich!!!) in Angriff genommen haben. Der Hafen ist wirklich sehr schön. Man findet neue und richtig alte Boote dort und es sieht ein bisschen aus wie bei Piraten der Karibik (nur ohne Piraten *g*).
In einem Cafe auf dem Kliff haben wir unseren ersten türkischen Kaffee getrunken – sehr süß und sehr stark. Das Beste daran war, dass Ilayda uns aus dem Kaffeesatz unsere Zukunft vorhergesagt hat. Wir hatten so viel Spaß dabei und die Jungs waren voll aufgeregt. )
Und was sie uns nicht alles erzählt hat…
Auf dem Weg zurück zum Gästehaus haben wir dann noch den çumhurryet Meydani, den Platz der Republik überquert, wo ein großes Denkmal mit Atatürk steht. Über den haben wir jetzt schon einiges gehört, die Essenz aus diesem ganzen Erzählten ist: Frieden innerhalb des Landes und mit anderen Ländern als höchstes Ziel. Naja…
Ich lege einige Fotos bei, damit ihr euch alles besser vorstellen könnt.
Am Abend war die komplette Türkischkursgruppe in der Innenstadt unterwegs. Wir haben ein türkisches Restaurant geentert und hatten richtig gutes Essen und einigen Spaß dabei, unsere ersten Kenntnisse an den geduldigen Kellnern auszuprobieren. Dort wartet man übrigens keine fünf Minuten auf irgendetwas. Alles geht ruckizucki und dazwischen machen sie noch den Tisch und den Boden sauber.
Danach haben wir uns je nach Interessenlage ein bisschen aufgeteilt. Ich war mit ca. 10 anderen in einer Rockkneipe namens Jolly Joker Pub. Da hat eine türkische Band den ganzen Abend türkische und englische Rocksongs gecovert. Mir hat das total gut gefallen und nach einer guten Stunde haben wir alle getanzt und mitgesungen soweit möglich. Somit ist es dann auch ein bisschen später geworden heute Nacht.
Das Lustigste war die Heimfahrt zu sechst (!) in einem normalen Taxi. Es war recht gemütlich könnte man sagen. )
Wir hatten es auch glücklicherweise nicht weit. Somit sind wir dann um vier Uhr ins Bett und waren heute morgen dementsprechend im Kurs gesessen… Aber es hat sich gelohnt, ich habe gesehen, dass es richtig gute türkische Rockmusik gibt, die so manchem Europäer auch gefallen würde wenn er sie kennen würde.
In diesem Sinne: Bis nächstes Mal!

25.8.06 21:23, kommentieren

Düden Wasserfall

Heute (22.8.2006) haben wir unseren ersten richtigen Ausflug seit meiner Ankunft in Antalya gemacht. Bisher waren wir nämlich nur am Meer und im Migros, dem westlichsten Einkaufszentrum, das man sich nur vorstellen kann (inklusive Tommy Hilfiger Laden *g*).
Ein großer Teil unserer Gruppe ist mit dem Dolmuş zu den Wasserfällen von Düden gefahren. Wer schon einmal in der Türkei war, weiß, dass mit dem Dolmuş zu fahren immer wieder ein Abenteuer für sich ist. Wenn man den Fahrer fragt, ob er zu einem bestimmten Ziel fährt, kann es schon einmal vorkommen, dass er lächelnd nickt und man dann komplett anderswo landet. Aber am Ende sind wir bis jetzt immer hingekommen wo wir ursprünglich hin wollten. ;o)
Das andere Risiko am Dolmuş fahren ist einfach der enorme Verkehr hier. Und da zurzeit in Antalya Strassen umgebaut werden, kann es schon passieren, dass man jeden Tag eine neue Strecke nimmt, um zum selben Ziel zu gelangen. Und die Fahrer der Dolmuş sind auch nicht sehr zimperlich, wenn es darum geht, an ihr Ziel zu kommen. Da werden aus drei Fahrspuren schon gerne mal fünf oder bei Bedarf auch sechs…  Und man kriegt ein bisschen Angst, also ich zumindest…
Aber es hat sich gelohnt! Der Park, in dem die Wasserfälle sind, liegt in einer Art Tal, welches von Felsen umgeben ist. Es gibt einen Fluss, der das Wasser der Fälle aufnimmt und der eine ziemlich schnelle Strömung hat. Und man kann auf einem kleinen Weg auch durch die Höhlen hinter den Wasserfällen gehen. Viele türkische Familien gehen in den Park um zu entspannen und sich ein bisschen abzukühlen. Man darf allerdings nicht ins Wasser, es ist zu gefährlich. Trotzdem ist es wahrscheinlich der kühlste Ort in ganz Antalya und die Luft ist wunderbar frisch dort!
Es gibt auf bestimmten Bäumen eine wahnsinnige Anzahl von Vögeln, weshalb man sich nicht zu lange unter ihnen aufhalten sollte, wie einige von uns erfahren mussten. *g*
Überhaupt ist alles so schön grün und man kann wirklich gut abschalten dort und den ganzen Verkehr und die Hitze mal für ein oder zwei Stunden vergessen. Es ist ein Ort, an dem man mal so richtig die Seele baumeln lassen kann.
Am Besten ihr schaut euch die Fotos an, da seht ihr dann auch mal unsere Gruppe (fast komplett). Wir sind hauptsächlich Deutsche, Polen und Finnen und sehr viele Mädels. Alle sind sehr nett und wir sprechen viel Englisch. Ein paar Wörter der anderen Sprachen schnappt man eventuell auch noch auf. Vielleicht können wir uns am Ende des Kurses ja schon ein bisschen auf Türkisch unterhalten. ;o)
Bis zum nächsten Mal,
eure Birgit

25.8.06 21:22, kommentieren