Der Papst und ich und Bursa

Hallo ihr Lieben!

So, jetzt habt ihr aber schon lange nichts mehr gehört… Also mich gibt’s noch. ;-)

Ich hatte nur jetzt einfach ein paar Midterms am Stück und habe es daher nicht geschafft mal wieder was zu schreiben.

Letzte Woche war der Papst da und er hat in meiner Straße gewohnt. Ungefähr 200 Meter von meinem Haus entfernt ist nämlich das vatikanische Konsulat und die Heilig Geist Kathedrale, in der er am Freitag einen Gottesdienst gehalten hat. Das klingt jetzt ganz interessant und lustig, war es aber nicht. In der Türkei gab es massive Proteste wegen dem Besuch des Papstes, d.h. die Türken wollten ihn nicht da haben aus verschiedenen Gründen. Zum einen war ja da diese Rede in Regensburg, bei der er ja wohl ziemlich Mist gebaut hat. Außerdem gibt es hier bestimmte Verschwörungstheoretiker, die meinten, dass er sicher kommen wolle, um die Hagia Sophia wieder in eine Kirche umzuwandeln. Ganz kurz dazu: Die Hagia Sophia war einmal eine der größten und wichtigsten Kirchen der Welt. Dann wurde Istanbul (damals Byzanz) erobert und die Kirche in eine Moschee umgewandelt. Als Atatürk die türkische Republik gegründet hat, wollte er die Streitigkeiten um das Gebäude aus der Welt schaffen und hat es deshalb kurzerhand in ein Museum umgewandelt (da drin betet also niemand mehr). Das mit der Verschwörung klingt ziemlich abstrus, scheint aber im Moment hier recht gut anzukommen und Nationalismus ist hier im Moment recht „in“ weil sich viele Türken bzw. Muslime grade ein bisschen auf den Schlips getreten fühlen (durch EU-Verhandlungen und einige andere Dinge wie z.B. die Karikaturen letztes Jahr). Lange Rede kurzer Sinn: wie ihr vielleicht in den Medien mitbekommen habt kam es zu der einen oder anderen Demo und man hatte ziemlich Angst dass dem Papst hier etwas passieren könnte. Daher hat man kurzerhand unseren ganzen Block abgeriegelt!!! Jeder Haushalt musste erst mal ein Formular ausfüllen, in dem verzeichnet ist, wer da jetzt genau wohnt (mit Foto und allem). Dann haben sie das ganze Viertel inklusive einer sechsspurigen Strasse komplett gesperrt! Jeder der rein und raus wollte musste den Ausweis zeigen und es wurde überprüft ob er/sie Anwohner ist… Ich hatte das rießen Glück, dass ich genau 20 Meter außerhalb des Sperrbezirks lebe. Somit konnte ich mir einiges ersparen. Trotzdem ist es unangenehm, wenn einem morgens um halb neun erst mal eine Hundertschaft Polizisten, ein Polizeipanzer (ja, so was gibt es hier) oder ein Dutzend Motorräder entgegen kommt. Ihr sagt vielleicht, dass man sich da voll sicher fühlt. Habe ich aber nicht. Ich laufe nicht so gerne an Typen mit Maschinengewehren vorbei… Für mich war das kein gutes Gefühl. Außerdem kam mein Bus drei Tage lang nicht weil die große Strasse gesperrt war. Das war auch nicht schön. Einige meiner Freunde haben versucht den Papst zu sehen, als er die Hagia Sophia besucht hat. Keiner hat es geschafft, es ging alles voll geheim ab und auch dort waren Hunderte von Polizisten. Naja, ihr werdet es ja so teilweise zumindest in den Medien mitbekommen haben. Wir waren jedenfalls froh, als der ganze Spuk herum war…

Meine letzten harten Prüfungen sind jetzt jedenfalls vorbei (bis Januar habe ich nur noch welche in Türkisch&hellip. Daher bin ich jetzt in Reise- und Partystimmung und diesen Donnerstag habe ich das Wochenende damit eingeläutet, dass ich mit Freunden in den neuen James Bond gegangen bin. Ich fand ihn ganz gut, aber der neue Bond??? Naja. Meins ist er nicht so… Freitag habe ich dann ausgiebig geschlafen: bis zehn Uhr und alle, die mich gut kennen, wissen, dass das bei mir schon sehr ausgiebig ist oder?

Am Freitag abend bin ich dann bei Rebecca gewesen und wir haben ein Fläschchen Rotwein geleert, weil wir früh zu Bett gehen wollten, weil wir für Samstag eine Tour geplant hatten. Um elf bin ich dann recht angetrunken heim wo ich dann noch auf Yusuf und seine Yasmin getroffen bin. Mit denen habe ich mich dann noch unterhalten und dann war es doch schon eins als ich geschlafen habe… Samstag morgens um sechs Uhr hat mein Wecker geklingelt! Das war vielleicht früh (so früh muss ich hier sonst nie aufstehen, weil ich vor zehn Uhr nie Uni habe, d.h. normal stehe ich so um sieben auf). Mit dem Bus sind Rebecca und ich dann zum Hafen gefahren und dann mit der Fähre nach Yalova (auf der anderen Seite des Marmarameeres) und von dort mit dem Bus nach Bursa. Bursa war nämlich unser Ausflugsziel für diesen Tag. Bursa hat ca. eine Million Einwohner und liegt in den Bergen, beim Uludag Gebirge. Für unsere Istanbuler Begriffe ist das ein Städtchen (Istanbul hat ca. 14 Millionen Einwohner, so genau weiß das keiner). ;-)

Wir haben uns dort dann einige Moscheen angeschaut, es gab eine schöne Brücke und einen alten Han. Ein Han ist ein viereckiges Gebäude, das einen großen Innenhof hat. Es hat also quasi nur Zimmer in den Mauern außen herum. Dieser Han, der Kozahan, wurde 1491 gebaut und diente den Seidenhändlern, die der Seidenstraße nach und von China folgten, als Rasthaus, aber auch als Handelsstätte. Heute sind in den Mauern viele kleine Geschäfte, in denen man abscheuliche Seidenhemden aber dafür auch wunderschöne Seiden- und Paschminaschals kaufen kann (denen auch Rebecca und ich nicht widerstehen konnten). Abgesehen davon gab es in Bursa noch ein rießiges Marktviertel, durch das wir dann noch lange geschlendert sind, das Wetter war auch so einladend dafür. Bei einem gemütlichen Tee haben wir dann den Tag in Bursa ausklingen lassen. Fotos gibt es dann wie gehabt bei Ringo.

So um zehn Uhr abends war ich dann wieder zu Hause. Das war später als geplant aber ich habe dafür gesorgt, dass wir am Hafen in einen falschen Bus eingestiegen sind, der nicht so fuhr, wie ich mir das gedacht hatte. ;-)

Um 23:15 bin ich dann schon wieder Richtung Taksim gelaufen und habe mich mit Freunden getroffen. Nach ein paar Bieren in einer richtig netten Kneipe mit türkischer Life Musik sind wir in einen Club namens Araf weiter, wo eine Freundin von uns ihren Geburtstag gefeiert hat. Irgendwie bin ich da mit ein paar anderen versackt und habe noch das eine oder andere Bier getrunken… Letztendlich bin ich dann heute morgen um sechs Uhr heimgekommen. Das erklärt, warum ich heute noch fast gar nichts gemacht habe, außer ein bisschen was zu Essen zu kochen und euch einen neuen Blog zu schreiben.

Nächstes Wochenende fahre ich dann mit Katha, Rebecca und Julia nach Ankara. Spätestens danach gibt es dann wieder was Neues von mir!

Liebe Grüße

Birgit

1 Kommentar 3.12.06 17:00, kommentieren

FOTOS

Hallo an euch alle!

Ich hoffe euch geht es gut! Mir sehr, außer dass ich zwei Prüfungen habe nächste Woche, aber die gehen ja auch herum...                  

Ich kriege immer noch ab und zu die Frage gestellt, wo denn jetzt meine Fotos zu finden sind . Aus dem Grund hier nochmals kurz für alle: meine Fotos sind nicht wie am Anfang geplant auf dieser Seite sondern auf einer anderen. Es hat hier nicht gescheit geklappt und ich hätte auch nicht so viele einstellen können...

Meine Fotos findet ihr unter: http://www.ringo.com/explore/member.html?memberId=131725297

Sie sind teils leider etwas ungeordnet, weil ich das immer mal schnell noch so mache bevor ich den PC wieder runterfahre. Dafür sind sie so ziemlich alle beschriftet glaube ich...

Viel Spaß!

Drückt mir die Daumen für diese Woche!

1 Kommentar 18.11.06 08:22, kommentieren

meine Woche

Hello again!

So, mal wieder was Neues von mir. Ich erzähle euch heute einfach mal wie meine letzte Woche so war… Angefangen hat sie eigentlich nicht so gut. Ich habe am Dienstag meine erste Klausur zurückbekommen und sie war leider alles andere als gut. Ich hatte nur 42 von 100 möglichen Punkten und war damit nicht so zufrieden. Es gab zwar auch noch einige schlechtere als mich aber eben doch sehr viele die besser waren… Und der Lehrer ist ziemlich abgegangen. Naja, das war kein besonders guter Start, aber auf der anderen Seite war es ja eben auch meine erste Prüfung hier und man muss sich ja auch erst mal ein bisschen zurechtfinden. Also ich hoffe mal, dass dann die nächste besser wird… Am Mittwochabend war ich mit Katharina in der Nevisade, das ist eine Kneipenstrasse im Zentrum. Da ist eigentlich immer die Hölle los und so war es auch am Mittwoch. Von Dienstag bis Mittwoch war da eine Art Kneipenfest und es gab Lifemusik und Vorführungen dort. Eigentlich sind wir hin, weil Katharinas Mitbewohnerin in einer Art Künstlergruppe ist und eine Bauchtanzvorführung an diesem Abend hatte. Da es so arg voll war hatten wir Glück als wir einen Platz an einem Tisch mit zwei Briten ergattern konnten. Die waren auch echt nett und wir hatten so ein bisschen Unterhaltung bis Bahar, Kathas Mitbewohnerin, an der Reihe war. In der Zwischenzeit hatten wir auch noch zwei weitere deutsche Mädels aus unserer Uni getroffen und die waren dann auch noch dabei. Bahar hat dann auch wirklich Bauchtanz gemacht und es war ganz toll! Die Musik war auch super den ganzen Abend über, es hat uns echt spitze gefallen. Ein paar Bilder von Bahar stelle ich in mein Fotoalbum. Am Freitag war ich dann mit Rebecca in einem anderen Stadtteil namens Kadiköy und wir waren im Mango Outlet, von dem ich ehrlich gesagt recht enttäuscht war. Ich war ja in Deutschland noch nie im Mango, aber es erzählen immer so viele begeistert davon. Also ich finde da nichts. Vielleicht bin ich dafür nicht schick genug ;-). Und am Abend war ich bei Katharina und sie hat mir die Haare getönt. Ja, ihr habt richtig gehört! Ich hatte eigentlich vor, hier meine Farbe mal rauswachsen zu lassen. Jetzt war ich langsam total unglücklich weil man den Ansatz so arg gesehen hat und der logischerweise immer größer wurde. Also habe ich beschlossen dunkler drüber zu tönen, das wäscht sich ja dann wieder aus. Was soll ich sagen, ich weiß bis jetzt nicht ob es mir gefällt oder nicht. Schaut auf Ringo.com und urteilt selber… Samstag waren wir dann von der Uni aus beim Brunchen, das hat die Exchange Comission für die Erasmus Leute und für ihre türkischen Buddies organisiert. Mein Buddy war nicht da, sie hatte keine Zeit. Ich habe es bis jetzt auch noch nicht geschafft sie kennen zu lernen… Das war eh ne lustige Geschichte. So einen Buddy (also einen türkischen Studenten, der einem helfen soll, sich zurecht zu finden) braucht man ja eigentlich am dringendsten wenn man hier ankommt und keine Ahnung von nichts hat. Wir bekamen unsere zugewiesen bekommen als schon 5 Wochen herum waren… Sehr geistreich. Dafür sind sie jetzt angeblich auf unsere Interessen zugeschnitten, wovon eigentlich noch niemand was gemerkt hat. ;-) Naja, ich denke bis nächsten Juni schaffe ich es noch, Esra (meine Buddy) kennen zu lernen. Mal schauen wie sie so ist. Nach dem Brunch waren wir dann noch im Miniatürk. Das ist ein Außengelände, auf dem Miniaturen der wichtigsten Gebäude der Türkei ausgestellt sind. Es war ganz nett. Das Beste war eigentlich, dass man sich so jetzt mal in Miniatur alles anschauen kann und sich anhand davon überlegen kann, was man dann alles unbedingt in Echt sehen möchte und was man vielleicht nicht unbedingt machen muss. Von daher war es praktisch. Abends war ich dann noch mal mit Rebecca und ihrer Mitbewohnerin in der Nevisade um was zu trinken. Da war es dann auch noch ganz nett, außer dass wir mal wieder angegafft worden sind als hätten wir irgendwas im Gesicht… Als ich mal 5 Minuten alleine saß kam gleich der erste her und hat nach Feuer gefragt. Ist ja eigentlich nicht so schlimm, aber er hatte uns schon eine ganze Stunde vorher beobachtet und genau gesehen, dass an unserem Tisch niemand geraucht hat… Tzzzz. Hätte er schon ein bisschen kreativer sein können wenn er baggern will oder? Heute ist Sonntag und ich habe heute drei Stunden mit Steffen über Skype telefoniert… Das ist unser absoluter Rekord jetzt. So kann man seinen Nachmittag auch verbringen statt auf die Klausuren zu lernen . Nächste Woche habe ich zwei Prüfungen, ich hoffe, dass sie gut werden. Ansonsten gibt’s nichts wirklich aufregendes im Moment. Ich habe mich jetzt schon richtig eingelebt hier und bin bisher echt sehr zufrieden mit meinem Aufenthalt. Es ist eigentlich fast alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte und sowohl mein Englisch als auch mein Türkisch werden besser (ersteres schneller, zweiteres langsamer).

 Viele liebe Grüße Birgit

1 Kommentar 12.11.06 19:25, kommentieren

Meine Uni

Als ich mich für das Auslandssemester an der Bosporus University beworben habe, hatte ich keine Ahnung von deren Ruf. Das erste Mal habe ich eigentlich vom Dönermann meines Vertrauens in Nürnberg das entsprechende Feedback bekommen, das je nach Stimmung zwischen einem bewunderndem Blick, hysterischer Begeisterung und einem halben Kniefall liegen kann. Ich habe mittlerweile also herausgefunden, dass meine Uni hier zumindest eine der beiden besten Unis hier in der Türkei ist (man ist sich nicht ganz einig, ob es die eine in Ankara ist oder unsere).

Für türkische Studenten ist es schwierig überhaupt einen Studienplatz zu bekommen. Es gibt hier so viele Leute die studieren möchten, dass die Studienplätze einfach nicht reichen. Darum gibt es hier die ÖSS, eine zentrale Aufnahmeprüfung für alle Unis. Je besser man abschneidet, desto eher kann man sich aussuchen, an welcher Uni man denn nun studieren möchte bzw. ob man überhaupt einen Studienplatz bekommt.

Manche an meiner Uni bilden sich da glaube ich schon ein bisschen was drauf ein. Andere belächeln das einfach nur ein bisschen oder äußern sich gar nicht dazu (was mir natürlich wesentlich lieber ist). Manchmal versuchen Leute einem ein bisschen das Gefühl zu geben, dass man ja froh sein kann, dass man überhaupt mal zwei Semester an ihrer geheiligten Eliteuni verbringen darf, aber meistens werden wir nicht weiter beachtet, weil es so viele Austauschstudenten dort gibt (140).

Die Uni besteht aus mehreren Kampi. Der schönste ist der Südkampus, von dem habe ich euch schon einige Bilder unter ringo.com gestellt. Die anderen sind nicht so sehenswert, deswegen wirbt die Uni auch hauptsächlich mit dem Südkampus.

In den Kursen ist es schon anders als in Deutschland an meiner Uni. Wir sind in sehr vielen regulären Kursen nur zwischen 10 und 30 oder 40 Studenten. Kurse, die mehr als 60 Studenten belegen wollen werden normalerweise in mehrere Gruppen aufgesplittet, so dass man dann wieder nur so um die 30 Personen ist. Das ist auf der einen Seite angenehm, weil man eher mal was fragen kann. Auf der anderen Seite ist man natürlich auch mehr gefordert, weil man auch eher was sagen muss und der Lehrer einen eher kennt. Oft ist es nämlich nicht so wie bei uns in den Vorlesungen (der Prof erzählt und wir schreiben mit oder hören zu, tragen aber nicht wesentlich zur Vorlesung bei). Teilweise ist es ganz wie in guten alten Schulzeiten: Frage und Antwort und Tafelanschrieb. Natürlich aber auf einem höheren Niveau als damals und nicht die ganze Stunde über. Aber mehr einbringen muss man sich hier schon.

Die Türken können eine einjährige Vorbereitungsklasse besuchen, in der sie anständig e

Englisch lernen. Bei manchen merkt man davon allerdings nicht viel… Aber es sind auch welche dabei, die echt was drauf haben und das nicht nur in der englischen Sprache. Da kann die Birgit nur da sitzen und staunend gucken was denen so alles einfällt ;-).

Meine Kurse sind eigentlich alle ganz in Ordnung. Was mich sehr stresst ist allerdings mein VWL-Kurs. Ich bin gezwungen hier mindestens einen pro Semester zu belegen weil ich hier für VWL eingeschrieben bin (weil die Verträge zwischen den Unis über die VWL Lehrstühle laufen). Und ich finde es zwar schon interessant (ich habe internationale VWL belegt) aber es fällt mir schwer den ganzen Theorien zu folgen.

Am Montag hatte ich ja wie schon gesagt mein erstes Midterm. Hier hat man nämlich nicht nur eine Klausur zum Schluss, sondern eine oder zwei unter dem Semester und dann noch eine am Ende. Je nach Lehrer zählen die Midterms dann so zwischen 20 und 50% für die Endnote.

Meine erste ist jedenfalls wohl nicht so toll gelaufen. Die Lernfragen waren ganz in Ordnung, aber dann waren zwei Denkfragen mit sehr hohen Punktzahlen und die sind für mich zu schwer gewesen. Die habe ich leider nicht hinbekommen…

Es besteht allerdings noch eine Hoffnung: hier ist es ganz oft so, dass die Notenschritte nicht vorher festgelegt werden, sondern sich die erforderlichen Punktzahlen danach richten, wie die Gesamtheit abschneidet. Das heißt, wenn alle anderen auch nicht so gut waren, kann es sein, dass ich es trotzdem einigermaßen anständig bestanden habe. Toi, toi, toi… *g*

Was ganz toll an der Uni ist, ist das billige Essen, das man an verschiedenen Orten haben kann. Man hat zum einen die Möglichkeit, in die Mensa zu gehen. Da zahlt man ca. 1,30 € und dafür bekommt man dann eine Suppe, einen Teller Hauptgericht, einen Teller kleineres Hauptgericht und einen Nachtisch. Außerdem im Preis drin ist Wasser soviel man mag und Brot. Das Essen ist halt tagesformabhängig, aber manchmal gar nicht schlecht und auf jeden Fall ziemlich ausgewogen. Dann gibt es mehrere Kantinen, in denen man Sachen wie Hamburger, Toast oder Salat gibt. Da sind die Preise sehr unterschiedlich, aber in der einen kriegt man einen frischen Hamburger (belegt mit Fleisch, Gurke, Tomate und ein paar Pommes) schon für ca. 80 Cent. Also verhungern muss man da nun echt nicht, außer man kann sich nicht entscheiden, wo man denn jetzt essen mag.

Blöd ist, dass es in den Gebäuden kaum Möglichkeiten gibt, mal in Ruhe zu lernen. Die Bibliothek ist auf dem Nordkampus, der dann doch ein Stück weg ist vom Südkampus und dort gibt es nur einen einzigen großen Raum, in dem aber auch ganz normal gegessen und getrunken und geraucht und geredet werden darf à nicht gerade zum Lernen geeignet… Aber ich habe eh nicht so arg viele Freistunden, so dass mir das nicht zu viel ausmacht.

Im Übrigen gibt es auf dem Kampus auch mehrere Banken, ein Postamt, Ärzte (die Studenten kostenlos behandeln!!!), ein Schreibwarengeschäft, einen Friseur und vieles mehr… Man kann da also doch schon einiges erledigen unter dem Tag wenn man mag. Das liegt natürlich auch daran, dass da zwei Wohnheime auf dem Kampus sind, so dass es auch abends mal noch Kunden gibt…

So, alles in allem gefällt mir die Uni hier also schon gut! Es ist mal ein Erlebnis aus dieser Nürnberger Anonymität herauszukommen. Ob die Uni hier besser ist oder ich auf Dauer tauschen wollen würde kann ich aber nicht sagen… Dazu fehlt mir einfach noch ein bisschen mehr Einblick in das Ganze.

Ich hoffe, ihr findet interessant was ich geschrieben habe, ich wurde schon mehrmals in E-Mails darum gebeten, etwas von der Uni zu erzählen…

Liebe Grüße

Birgit

2 Kommentare 2.11.06 21:20, kommentieren

Zurück aus dem Urlaub

So, ihr Lieben!

Da bin ich wieder, wie angekündigt erst nach zwei Wochen. Steffen war jetzt da und ich muss euch sagen, dass es traumhaft schön war!

Wir haben ein paar schöne Sachen unternommen und hatten eine wirklich gute Zeit, nur zu kurz war sie, seufz!!!

Am ersten Wochenende waren wir in Antalya. Wir hatten ein Zimmer in einer kleinen Pension namens Star-Pansion, welches nur 39 € für drei Nächte gekostet hat (für uns beide zusammen), allerdings auch keinen Euro mehr wert war… Es gab nur kaltes Wasser und der Duschkopf fiel gleich beim ersten Benutzen ab. Die Decke war bevölkert (vermutlich irgendwelche Schimmelkulturen), aber ich glaube an diesen ersten gemeinsamen Tagen wären wir überall glücklich gewesen. Naja, ok, im Chillout Hostel eher nicht *g*.

Tauchen waren wir dann zwei Mal genau vor der Küste Antalyas wo es allerdings nicht ganz so toll war. Da gibt’s halt hauptsächlich Steine und nicht so sehr viele Fische und die, die es gibt, sind nicht so arg groß und auch nicht sehr bunt. Unseren dritten Tauchgang haben wir allerdings an einem Schiffswrack gemacht. Das Schiff ist vor 60 Jahren gesunken und das war schon sehr interessant, aber für mich ab und an auch fast ein bisschen unheimlich. Man konnte viele Gewehre und Munition sehen und im Laderaum standen noch Jeeps.

Abends haben wir es uns dann beim Essen gut gehen lassen. In einer alten Karawanserei gab es ein schönes gemütliches Hotel/Restaurant wo wir uns genüsslich am Buffet bedient haben. In diesem Innenhof war eine total schöne Stimmung, das einzige was mich gestört hat war, dass man auf jeden Tisch eine kleine Länderflagge mit der Nationalität der jeweiligen Gäste geklatscht hat… Nicht so mein Ding, aber naja. Bei einem guten Fläschchen Wein war das schnell vergessen und bei meiner charmanten Tischbegleitung. J

An einem der anderen Abende waren wir mit einer Freundin von mir, die in Antalya studiert, beim Billard spielen. Es war echt lustig: sie hat es zum ersten Mal gemacht und ich kann es ja auch nicht gerade gut, so dass die Partien einfach ewig gedauert haben. Und wir waren die einzigen Mädels in der Kneipe. Da waren ansonsten nur türkische Männer jeden Alters, die tatsächlich Samstag Abend nichts besseres zu tun hatten als Backgammon oder Rummikub zu spielen! Könnt ihr euch das vorstellen? Ich fand das krass. Das hat mich an ältere Damen und ihr Bridge Runden erinnert… (die ja für ältere Damen auch sicher sehr nett sind, aber für 18jährige türkische Jungs???)

Das Wetter in Antalya war übrigens leider nicht so gut. Beim Koffer packen habe ich mich total verschätzt und eine Menge kurzer Sachen aber nur eine einzige lange Hose eingepackt. Und gefroren hats mich eh ständig… Montag ist es allerdings dann noch mal richtig schön geworden, so dass wir einen Strandspaziergang gemacht haben, der mir endlos schien. An dem Strand war aber auch gar nichts mehr los, alles war schon geschlossen und es waren nur noch so blöde Angler da, die ihre Angelruten ständig da hatten wo ich meine Beine hatte. Grrr.

In Istanbul wieder angekommen musste ich erst mal einen Tag von früh bis abends in die Uni. Das hieß für Steffen, dass er den Tag frei hatte und sich selbst beschäftigen musste. Meine Befürchtungen, dass es vielleicht kompliziert werden könnte mit der Verständigung zwischen Yusuf und Steffen haben sich gar nicht erfüllt. Im Gegenteil, nachdem Steffen Yusuf eine Flasche Jägermeister mitgebracht hatte, waren sie sofort gute Freunde und haben mit Händen, Füßen und Englisch kommuniziert. Steffen hat Yusuf sogar ein paar Brocken Deutsch beigebracht und mittags waren sie gemeinsam Döner essen… Als ich das gehört habe, war ich gleich erleichtert und konnte mich entspannt (wenn auch nicht gerade begeistert) der Uni widmen.

Am nächsten Tag haben wir uns dann auf eine eineinhalbstündige Reise durch Istanbul begeben um zur Ikea zu gelangen! Mit dem Bus nach Eminönü, dann mit dem Schiff nach Kadiköy und dann noch mit einem anderen Bus zur Ikea. Mensch war das ne Tour. Ich meine, es war ja nicht so, dass ich wirklich die Linien oder so gewusst habe, wir mussten uns halt durchfragen. Das heißt bei meinen Türkischkenntnissen: ich stelle eine Frage, verstehe von der Antwort nur ungefähr zwei Worte und folge dann den Gesten meines Gegenübers ;-)

In der Ikea habe ich dann glatt vergessen, dass wir ja mit dem Bus da sind und habe daher einen mittleren Großeinkauf getätigt (inklusive meines ersten Billy-Regals: 220 x 80, 35 kg schwer). Mit Steffen gemeinsam habe ich das ganze auch mit Bus und Taxi wieder heimbekommen. Glücklicherweise haben wir nämlich bei der Ankunft einen Bus gesehen, der auf direktem Weg zu mir in die Nähe gefahren ist und von der Haltestelle nahmen wir ein Taxi.

Den Rest des Abends haben wir dann damit verbracht mein Zimmer schön und gemütlich zu machen und seitdem fühle ich mich hier erst richtig wohl und ein bisschen schon zu Hause…

Ansonsten haben wir eigentlich immer recht lange geschlafen und sind spät ins Bett. Meistens sind wir auch erst gegen Nachmittag aus dem Haus gekommen.

Am Anfang der letzten Woche hatte ich drei Tage Ferien in der Uni. Da war hier Sekerli Bayram, was ein sehr wichtiges Fest ist, mit dem die Fastenzeit endet. Da war überall die Hölle los und alle Leute haben gefeiert weil sie jetzt wieder Essen und Trinken dürfen wann sie wollen...

An einem Tag sind wir mit dem Schiff zu den Prinzeninseln gefahren, die sich im Marmarameer befinden. Dort haben wir uns Fahrräder gemietet und sind auf der Insel rumgefahren. Als ich sagte, dass wir doch zu dem Kloster hochfahren sollten, dachte ich nicht, dass das so weit oben ist *g*. So habe ich mit Sarah (die war auch dabei) den ganzen Berg hochgeschoben, ich weiß nicht wie lange aber sehr lange und sehr steil!!!! Steffen ist hochgefahren, ich dachte, ich sehe nicht richtig!

Aber als wir dann endlich oben waren hatte es sich schon gelohnt. Es war ein toller Ausblick und wir hatten da oben ein sehr nettes Mittagessen bei Sonnenschein.

An einem der anderen Tage sind Steffen und ich ins Cevahir gegangen, das ist Europas größtes Einkaufszentrum. Da war sogar Steffen beeindruckt. Es ist ganz bei mir in der Nähe und hat glaube ich 6 oder 7 Stockwerke und ein rießiges Kinozentrum. Außerdem gibt es eine Achterbahn und was weiß ich nicht noch alles… Wir haben zwar nicht viel gekauft, weil da innen fast nur Nobelmarken sind, aber es war trotzdem schön ein bisschen rumzuschauen. Sogar Tschibo gibt es dort.

Viel zu schnell war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich Steffen wieder zum Flughafen bringen musste. Da war ich schon traurig. Danach musste ich dann aber gleich in die Uni und am Abend ist Sarah gekommen und hat noch zwei Tage bei mir verbracht. Sie war ein paar Tage zuvor schon nach Istanbul gekommen und hatte zuerst eine andere Freundin besucht und dann noch den Rest ihrer Zeit bei mir verbracht.

Yusuf war jetzt übrigens 10 Tage in Japan. Er war Guide für eine türkische Touristengruppe dort und er müsste heute oder morgen zurückkommen.

Letzten Mittwoch habe ich erfahren, dass ich am Montag (ja, übermorgen!!!) die erste Klausur schreibe. Daher musste ich heute aber echt was tun und morgen auch noch mal… Da wird’s mir erst mal nicht langweilig werden!

So, ich versuche jetzt mal noch einigen von euch auf eure Mails zu antworten und melde mich bald auch im Blog wieder. Unter http://www.ringo.com/explore/member.html?memberId=131725297

stelle ich dann auch mal wieder ein paar neue Bilderchen rein!

Liebe Grüße

Birgit

28.10.06 17:38, kommentieren

Istanbul und seine Menschen

Was mich bisher am meisten an Istanbul fasziniert sind die Menschen hier. Es ist der Wahnsinn! Hier gibt es wirklich nichts was es nicht gibt und manchmal prallen Welten aufeinander.

Zum einen gibt es hier wesentlich weniger Frauen mit Kopftuch als man glaubt. Es kommt natürlich auch ein bisschen auf das Viertel an, in dem man sich bewegt, aber im Allgemeinen hatte ich doch mehr erwartet. In der Uni zum Beispiel gibt es dann doch einige. Für mich ist das schwer zu begreifen, da ich das Kopftuch bisher immer mit konservativ und Heimchen am Herd gleichgesetzt habe. Tatsache ist, dass es sehr selbstbewusste und kluge junge Frauen gibt, die ein Kopftuch tragen und trotzdem genau wissen, was sie wollen. In der Uni tragen sie meistens noch eine Mütze darüber, da es in der Türkei in öffentlichen Gebäuden (Verwaltung, Schule&hellip verboten ist, das Kopftuch zu tragen. Das mit der Mütze ist also ein kleiner Trick um das Verbot zu umgehen. Mützen sind nämlich nicht verboten…

Im Bus trifft man auf Geschäftsfrauen, die man sich westlicher kaum vorstellen könnte. Mit schicken Kostümen und Handtaschen oder Aktenkoffern ausgestattet stöckeln sie in ihren High-Heels durchs Leben. Eine von ihnen habe ich bei unserer Wohnungssuche kennen gelernt und sie hat uns dann ein bisschen von ihrem Leben erzählt, dass sie hauptsächlich damit verbringt auf Geschäftsreise zu sein. Diese Frauen machen den Männern hier ordentlich Konkurrenz und sie verdienen vergleichsweiße wohl auch ganz ordentlich.

Alte Menschen gibt es hier auch, aber nicht so viele wie in Deutschland. Um die 60 % der Türken sind jünger als 30 Jahre! Es gibt echt viele Kinder und eine Unmenge an jungen Leuten. Da die Plätze in den Unis hier dafür absolut nicht ausreichen gibt es eine ziemlich harte Aufnahmeprüfung, die ÖSS. Je besser man hierbei abschneidet, desto mehr kann man sich raussuchen an welche Uni man gehen will. Unsere Uni ist übrigens eine der beiden besten Unis hier in der Türkei. Wer als Türke dort studieren kann, kann ziemlich stolz auf sich sein. Manche sind das auch und lassen es ein bisschen raushängen, was manchmal etwas nervt.

Tja und die Männer… Ein Thema für sich. Nachdem ich ja in Antalya die eine Sorte von türkischen Männern kennen gelernt habe, die ständig versuchen zu baggern und einen herum zu bekommen war ich sehr erfreut, dass es auch noch ganz andere gibt. Hier in Istanbul gibt es wirklich Jungs, die ganz normal, fast schon europäisch sind. Zu der Seite gehört definitiv auch mein Mitbewohner Yusuf. Auch viele an der Uni sind sehr nett und zwar ohne Hintergedanken. Wenn man in den Touristenzentren unterwegs ist, gibt’s natürlich auch die von der Antalya-Fraktion.

Und in meinem Leben habe ich noch nie so viele Transvestiten gesehen wie in den letzten Wochen. Istanbul scheint die reinste Hochburg dafür zu sein, wahrscheinlich deshalb, weil sie in keiner anderen türkischen Stadt akzeptiert werden würden. Schwule hingegen gibt es sicher auch sehr viele, aber sie lassen es sich auf der Strasse nicht unbedingt so anmerken… Transvestiten haben da ja keine andere Wahl.

Auf Schritt und Tritt trifft man Leute, die auf den Strassen Dinge verkaufen. Teilweise sind sie vom Staat angestellt, wie zum Beispiel die Simithändler (Simit ist ein Gebäck) und andere wiederum versuchen einfach nur irgendetwas los zu werden um sich ein bisschen Geld zu verdienen. Da kann man dann schon mal einzelne Päckchen Taschentücher oder Socken kaufen wenn man denn möchte. Schön sind die Plätze, wo Blumen verkauft werden. In allen Farben und Formen leuchten sie einem schon von weitem entgegen.

Die Menschen hier sind teilweise sehr an Werten wie Familie, Respekt und Höflichkeit orientiert. Wenn zum Beispiel jemand in den Bus steigt, der nicht gut laufen oder stehen kann, springen sofort mehrere Personen auf und bieten einen Platz an. Dabei ist das Stehen hier im Bus echt kein Spaß, zumal so eine Fahrt dann schon mal 45 Minuten oder mehr dauern kann. Mir gefällt das sehr gut, in Deutschland kümmert sich ja manchmal kein Mensch. Als ich letzte Woche für eine alte Dame aufgestanden bin, hat sie sich dann auch meine Tüte mit Wasserflaschen geschnappt und hat sie bei sich auf den Boden gestellt, so dass ich sie nicht halten musste. Das ist doch echt nett oder? Und wie sie sich gefreut hat, als ich auf Türkisch danke gesagt habe.

Wenn der Bus sehr voll ist und Leute hinten einsteigen werden auch von hinten die Fahrscheine nach vorne durchgegeben zum Kassierer und sie kommen auch alle wieder bei ihren Besitzern an. Niemand kommt auf die Idee schwarz zu fahren, egal wie voll der Bus ist…

Natürlich gibt es auch Menschen mittleren Alters, die mal abgesehen von ihrem südlichen Aussehen glatt deine Eltern sein könnten. Die meisten haben kein einfaches Leben. Es gibt hier kaum Regelungen bezüglich Arbeitszeiten und Urlaub, so dass 70-Stunden-Wochen bei mieser Bezahlung sehr oft auftreten. Und das Leben in Istanbul ist nicht gerade sehr billig größtenteils. Trotzdem kommen immer mehr Menschen aus dem Osten des Landes in die Stadt weil es dort noch viel schlechter aussieht, auch wenn der Staat sich bemüht, die wirtschaftliche Entwicklung dort zu fördern.

Wie ihr seht gibt es hier wirklich viel zu sehen. ;o)

Mal sehen was mir als nächstes einfällt, was euch vielleicht interessieren könnte. Ich denke aber mein nächster Blog handelt von meiner Zeit mit Steffen, der ja jetzt dann zu Besuch kommt. Für das Wochenende haben wir erst mal geplant, nach Antalya zu fahren zum Tauchen.

Viele liebe Grüße,

Birgit

 

 

1 Kommentar 11.10.06 10:56, kommentieren

endlich ein Heim!

Hallo ihr alle!

Nachdem wir nun die ganzen Nummern von den Vermietenden hatten haben wir so vielen wie möglich SMS geschrieben und angerufen. Wir haben uns dann Freitag und Samstag einige Wohnungen angeschaut und es waren doch einige ganz nette dabei! Allerdings muss man sich entscheiden, ob man spottbillig aber am A… der Welt oder in einer Bruchbude wohnen will oder ob man lieber ein bisschen mehr ausgibt und dafür supertoll lebt… Ich habe dann beschlossen, dass ich schließlich für 8 Monate hier bin und ich werde mich zum Lernen auch viel in meinem Zimmer aufhalten und daher habe ich mich für eines der schöneren Zimmer in besserer Lage entschieden. So haben das meine beiden Mitsuchenden übrigens auch gehalten.

Ich wohne jetzt also in einer Maisonette-Wohnung in Harbiye, was recht nahe am Taksim-Square liegt, der wiederum hier das Zentrum für alle abendlichen Unternehmungen ist. Ich wohne hier mit einem 27jährigen Türken namens Yusuf zusammen, der wirklich sehr nett ist und gerade sein letztes Jahr an der gleichen Uni macht an der auch ich bin. Ansonsten ist er auch Guide, allerdings für Türken, die in andere Länder fahren und nicht für Deutsche in der Türkei.

Mein Zimmer ist echt sehr groß und ich habe sogar ein eigenes Bad für mich alleine. Ich kann mich also in keinster Weise beklagen. Eingezogen bin ich hier übrigens am 25. September schon. Normalerweise müsste es auch klappen, dass ich vielleicht so ab nächster Woche dann hier auch Internet habe, so dass es für mich wieder leichter wird mit euch allen zu kommunizieren. Im Moment konnte ich mich bei kaum jemandem von euch melden, weil es in der Uni echt stressig war und ich im Moment nur dort ins Internet kann.

In der ersten Woche hat übrigens Katharina noch bei mir Unterschlupf gefunden weil ihr Zimmer erst eine Woche später freigeworden ist. Letzten Samstag ist sie dann ausgezogen von mir und wir haben zum ersten Mal seit 6 Wochen in getrennten Zimmern geschlafen. Sonntag habe ich dann prompt den totalen Depri bekommen, habe fast den ganzen Tag geheult weil ich so Heimweh hatte und mich so alleine gefühlt habe. Jetzt habe ich mich aber schon wieder gefangen und habe mich auch schon wieder daran gewöhnt alleine in meinem Zimmer zu sein.

Yusuf ist übrigens echt sehr nett. Er war schon in ganz vielen Ländern und hat unter anderem auch schon mal eine Zeit lang in Japan studiert. Er kann daher japanisch und macht nächste oder übernächste Woche wieder eine Tour nach Japan mit türkischen Touristen. ER ist also sehr beschäftigt im Moment, nimmt Katharina und mich aber trotzdem ganz oft mit wohin um uns schöne Sachen zu zeigen. Am Samstag waren wir z.B. mit ihm auf dem Konzert eines hier sehr berühmten türkischen Rocksängers namens Theoman und am Montag hat er uns mit zum Iftar genommen. Hier ist im Moment Rammadan, d.h. dass die Gläubigen im Moment von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und auch nichts trinken. Dafür treffen sie sich dann direkt nach Sonnenuntergang um richtig schön zu essen und sich zu unterhalten und alles. Yusuf selber fastet zwar nicht, aber Iftar findet er trotzdem toll J. Und Katharina und ich fanden es auch schön. Hier wird sehr viel gepicknickt und auch wir haben uns dann Essen auf die Hand geben lassen und saßen gemeinsam im Gras und haben es uns gut gehen lassen. Gestern abend hat er uns dann mitgenommen zu einem Konzert eines sehr berühmten Musikers hier. Er spielt Klarinette und er hatte seine Band dabei und sie machen sehr türkische Musik (ohne Gesang), so mit arabischen Rhythmen, wie man sich das eben hier so vorstellt…

Die Uni ist übrigens super. Der Südkampus zum Beispiel sieht echt aus wie auf den Bildern im Internet (www.boun.edu.tr). Man könnte meinen, man wäre auf dem Kampus einer englischen oder amerikanischen Eliteuni. Das liegt aber wohl einfach daran, dass die Uni aus dem ehemaligen englischen Roberts-College entstanden ist. Bei Gelegenheit lade ich auch hiervon mal ein paar Bilder hoch. So, über die Uni gibt’s dann jedenfalls nächstes Mal mehr!

Ich hoffe, euch geht’s allen gut! Danke für eure lieben E-Mails, ich werde mich bemühen, ab jetzt wieder schneller zu antworten!

Liebe Grüße

Birgit

4.10.06 11:03, kommentieren